Hockenheim Classics 2015 – Die Weltmeister kommen

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Ausstellung und Präsentationsläufe des Motor Sport Museum Hockenheimring am 19./20. September 2015 sind vollständig. Mit 20 Rennmaschinen aus den Jahren 1954-2010 wird die Geschichte der 125 ccm-Grands Prix dargestellt. Eine Vorschau folgt in Kürze…
Auf die Strecke gehen Rennmotorräder aus vier Jahrzehnten, allen GP-Klassen, Formel 750, Superbike und sogar einige Moto-GP-Boliden. Am Gasgriff drehen Sammler, ex-Rennfahrer und stets auch Deutsche Meister und Weltmeister vergangener Jahre. Mit Rolf Steinhausen und Werner Schwärzel mischen sich auch Seitenwagen unter die Teilnehmer.

Rolf Steinhausen (72) aus Nümbrecht begann 1961 mit einer Boxer-BMW Seitenwagenrennen zu fahren. Die Konkurrenz war zu dieser Zeit riesengroß, als er aber 1972 eigene Wege mit dem Vierzylinder-Zweitak-Boxer von Dieter König aus Berlin einschlug, ließ der internationale Durchbruch nicht mehr lange auf sich warten. Den guten Platzierungen in der Weltmeisterschaft folgten mit Sepp Huber aus Obing im Boot die Titelgewinne in den Saisons 1975 und 1976. Drei TT-Siege auf der Isle of Man waren ebenfalls dabei bevor Rolf Steinhausen für zehn weitere GP-Jahre auf Yamaha-Motoren setzte, 1979 Vize-Weltmeister wurde und 1989 die Karriere beendete. Das Busunternehmen hatte Priorität, aber Sohn Jörg führte die Steinhausen-Erfolge im Seitenwagensport weiter.

Werner Schwärzel (67) aus Meißenheim setzte 1972 von Anfang an auf Zweitakt-Power aus Berlin. Im Jahr darauf schaffte er es mit Karl Klais im Boot als Erster die BMW-Dominanz ins Wanken zu bringen und wurde Vize-Weltmeister hinter Klaus Enders. Diese Position in der Weltmeisterschaft konnte er mit seinen König-Motoren auch 1974-76 verteidigen bevor auf Helmut Faths-Zweitakt-Boxer umstieg. Seinen Weltmeistertitel holte er 1982 mit Andreas Huber aus Oberkirch jedoch auf Seymaz-Yamaha. Zwei weitere WM-Vize schlossen sich 1984/85 an, danach beendete Werner Schwärzel seine Karriere, in deren Verlauf er auch zehnmal Deutscher Meister werden konnte. Er konzentrierte sich auf die Werkstattarbeit und blieb über zahlreiche Rennfahrer-Kunden, wie Moto Cross-Star Pit Beirer, mit dem Sport verbunden. Sein erstes Königgespann baute er wieder auf um hin und wieder selbst auf die Strecke gehen zu können. Da Rolf Steinhausen ebenfalls seine alten König-Gespanne wieder flott machte, duellieren sich die beiden Freunde, zum Vergnügen der Zuschauer, wie vor nunmehr 40 Jahren…
Eine Autogrammstunde ist für Samstag und Sonntag an der RED CAFEBAR im Fahrerlager geplant.

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