Rolf Steinhausen über Werner Schwärzel: „Wir sprachen 15 Jahre lang nicht zusammen“

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Die früheren Seitenwagenweltmeister Rolf Steinhausen und Werner Schwärzel sind Landsleute, aber sie vermieden jeglichen Kontakt in der Zeit, als sie Rivalen auf den Rennstrecken waren. 

„Wir hatten beide das gleiche Ziel – wir wollten gewinnen und Weltmeister werden“, sagt Steinhausen.  Während den Hockenheim-Classics wird er nun seinen früheren Rivalen Schwärzel wiedertreffen, die beiden Weltmeister werden an dem Sonderlauf des Motorradmuseums-Hockenheimring teilnehmen.
„Wir sprachen über 15 Jahre nicht zusammen, aber wir kollidierten niemals auf den Strecken“ sagt Rolf Steinhausen, Weltmeister 1975 und 1976. „Unsere Mechaniker aber hatten immer Kontakt miteinander. Einmal sollte Werner der Start in Deutschland untersagt werden, da der Rennleiter seine Schuhe beanstandete. Da gaben ihm meine Mechaniker meine Ersatz-Rennstiefel. Und mit diesen gewann Werner das Rennen. Ich wollte die Stiefel aber nicht zurückhaben, denn sie waren von Werner getragen worden“.
Steinhausen begann 1967, Seitenwagenrennen zu fahren, nachdem er einen schweren Sturz mit dem Solomotorrad und einen ebensolchen Skiunfall erlitten hatte. In die Renngeschichte ging er als erster Seitenwagenweltmeister auf einem zweitaktgetriebenen Gespann, einer 4-Zylinder-König, ein. Erster GP-Sieger mit einer ebensolchen Motorisierung – auch König – wurde Werner Schwärzel 1974 auf dem Nürburgring. Werner Schwärzel war bereits vierfacher Vizeweltmeister (1973/74 mit Karl-Heinz Kleis, 1975/76 mit Andreas Huber im Seitenwagen), bevor er endlich mit letztgenanntem Beifahrer 1982 Weltmeister wurde. 1985 beendete er mit Beifahrer Fritz Buck die Weltmeisterschaft absolut punktgleich mit den Champions Egbert Streuer/Bernard Schnieders; diese hatten aber zwei Siege mehr auf ihrem Konto. Schwärzel, vielfacher Deutscher Meister, entschied sich für die Beendigung seiner Laufbahn, während Steinhausen die gleiche Entscheidung erst nach weiteren vier Rennjahren traf.
Schwärzel wird in Hockenheim seine wunderbar restaurierte König an den Start bringen, und Steinhausen kommt mit der Original-König, mit der er 1976 Weltmeister wurde. „Heute sind Werner und ich gute Freunde und wir stehen in Kontakt“ sagt der mittlerweile 73-jährige Steinhausen. So sollte es auch sein. Ich freue mich sehr auf unser Treffen in Hockenheim.“
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